Heute ein spezieller Beitrag zu Büchern, die sich um die Frage drehen wie man mit persönlichen, insbesondere auch emotionalen Herausforderungen umzugehen kann. Ich habe hier 4 Bücher zusammengestellt, die ich alle gelesen habe und die in ihrer Perspektive grundverschieden sind. Zugespitzt ein amerikanischer Blick, ein abendländischer Blick, ein fernöstlicher Blick und ein wissenschaftlich-biografischer Blick auf das eigene Erleben.

Mark Manson – „The Subtle Art of Not Giving a F*ck“

Ich hänge ja sehr an dem Bild, dass ich absolut nur hoch-anspruchsvolle Lektüre, abseits jeglicher Küchenpsychologie, Bestseller-Listen oder 10-Schritte-zu-X-Literatur lese. Naja ist nicht ganz so. Dieses Buch ist so ein Fall. Um ehrlich zu sein ging mir der platte-amerikanische Schreibstil ordentlich auf die Nerven. Noch schlimmer die Anekdoten des Autors, die ihn erst heroisch erscheinen lassen, um dann zu betonen, der Autor brauche das jetzt alles nicht mehr. ABER: Das Buch hat seine Momente. Zum Beispiel wenn Manson immer wieder zurückkommt auf den Punkt der Selbstverantwortung und dies zum zentralen Faktor von Selbstzufriedenheit oder auch gesunden Beziehungen macht. Mir gefällt auch sein Ansatz Verantwortung und Schuld klar voneinander zu betrachten. „We are responsible for experiences that aren’t our fault all the time.“

Michael Bordt – „Die Kunst sich selbst auszuhalten“

Der in der Tradition des Jesuitenordens stehende Philosoph und Theologe Michael Bordt beschäftigt sich in diesem Büchlein mit der Herausforderung sich selbst auszuhalten. Sehr bodenständiger, zugänglicher und unaufgeregter Beitrag der für mich zu schnell zu Ende war. „Eigentlich sind es nicht die anderen Menschen, die es auszuhalten gilt, sondern die Spannungen, die die anderen Menschen in uns selbst erzeugen. […] Sie auszuhalten ist, wie wir sehen werden, ein ausgesprochen anspruchsvoller und aktiver Prozess, der sich mit der Passivität und Resignation der Opferrolle nicht verträgt. Sich selbst auszuhalten bedeutet, die Aufmerksamkeit von den anderen Menschen und von spannungsreichen Situationen weg auf uns selbst und unser inneres Erleben zu lenken.“

Pema Chödrön – „Wenn alles zusammenbricht“

Wer sich eher für eine fernöstliche, buddhistische Perspektive auf das Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch empfehlen. „Ohne die Hoffnung aufzugeben, dass es irgendwo besser ist oder dass man selbst irgendwie besser sein könnte, werden wir niemals gelassen akzeptieren, wo wir sind und wer wir sind.“ Ich habe von der Autorin gleich 3 Bücher gelesen. Wenn es um „weltanschauliche“ Fragen geht konnte ich nicht überall mitgehen aber dennoch stecken die Gedanken und Übungen voller guter Denkanstöße.

Jill B. Taylor – „Mit einem Schlag“

Eine anerkannte Hirnforscherin erleidet einen Hirnschlag und lernt sich und die Welt mit zunächst nur einer funktionierenden Hirnhälfte neu kennen. „Ich habe zwar nicht die totale Kontrolle über das, was in meinem Leben geschieht, aber ich bin verantwortlich dafür, wie ich meine Erfahrung wahrnehmen möchte.“ Ich fand es tatsächlich ein sehr interessantes Gedankenspiel für mich, mein Erleben konsequent aus neuro-biologischer Sicht zu bewerten, welches hilfreich sein kann mehr Distanz zu negativen Gefühlen zu bekommen.

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